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25 Meilensteine des DRK-Suchdienstes seit 1859

Portrait Schomann
Stefan Schomann, Autor und Journalist. Bild: Stefan Maria Rother

Stefan Schomann ist mit dem Deutschen Roten Kreuz vertraut: In dem Buch „Im Zeichen der Menschlichkeit“ (2013) widmete er sich seiner 150-jährigen Geschichte. Zum 70-jährigen Jubiläum der Neugründung des DRK-Suchdienstes nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat er nun im Auftrag der Suchdienst-Leitstelle eine Broschüre über die geschichtliche Entwicklung der Suchdienstarbeit verfasst. „Von Solferino zur Suche 2.0 – Meilensteine des DRK-Suchdienstes“.

Herr Schomann, wie wählt man 25 Meilensteine des Suchdienstes aus?
Das war gar nicht so einfach. Ursprünglich sollten es sogar nur zehn sein, aber wir haben dann gemerkt, dass es so viele interessante Stationen gibt, dass wir auf 25 erweitert haben.

Wieso haben Sie die vorliegende Gestaltung -Zitate aus Originaldokumenten gepaart mit Sachinformation- vorgeschlagen?
Die Broschüre will keine zusammenhängende Geschichte von damals bis heute aufzeigen. Vielmehr setzt sie Schlaglichter; man kann nach Interesse blättern und dort verweilen oder sich vertiefen, wo es gerade gefällt.

Gab es für Sie Überraschungen, unerwartete Meilensteine sozusagen?
Ich fand die frühen Zeiträume sehr spannend. Eigentlich wird derzeit ja das 70-jährige Jubiläum begangen, weil die Zeit nach 1945 für den DRK-Suchdienst so prägend war. Aber Suchdienstarbeit geht zurück auf die Anfänge des Roten Kreuzes und ist damit eine originäre Rotkreuzaufgabe, auch, wenn diese Tätigkeit damals noch anders bezeichnet wurde. Bereits Henry Dunant hat in Solferino Mitteilungen von Kriegsverwundeten entgegengenommen und an ihre Familien übersandt.

Das belegen Sie mit einem Passus aus „Erinnerung an Solferino“.
Ja, es gibt in der Broschüre überhaupt viele Auszüge aus Originaldokumenten. Allein die Sprache vermittelt ja oft schon den Geist der jeweiligen Zeit.

Was haben Sie ansonsten herausgefunden?
Ich war betroffen, als ich zum ersten Mal die Zentrale Namenskartei gesehen habe, mit den Millionen Karteikarten und Informationen zu den Vermissten aus dem Zweiten Weltkrieg. Das ist geradezu ein Monument der Zeitgeschichte. Jede Beantwortung einer Suchanfrage dokumentiert die notwendige detektivische Recherche und liest sich oft wie eine kleine historische Reportage. Die Fantasie macht sofort eine Story daraus. Das hat mich sehr berührt.

Was ist unter „Suche 2.0“ zu verstehen?
Dieser Titel spannt den Bogen ins 21. Jahrhundert. Heute erfolgt natürlich ein Großteil der Recherchen in digitaler Form. Es gibt heute keine Vermisstenbildlisten mehr wie seinerzeit nach dem Zweiten Weltkrieg, sondern Bilder von Suchenden auf Plakaten oder im Internet. Familienangehörige oder andere, die diese Bilder von ihren Lieben sehen, können sich sofort beim Roten Kreuz melden und darum bitten, Kontakt zum Suchenden aufnehmen zu können. Oder es werden Video-Telefonate geführt, dank derer sich getrennte Angehörige miteinander verbinden können. Die Art der Suche verändert sich aufgrund des technischen Fortschritts oder datenschutzrechtlicher Belange stetig, die Aufgabe an sich bleibt gleich.