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Der längste Tag - für Sportler und das KAB in Frankfurt

Sebastian Damm und Nadine Storjohann beim Ironman in Frankfurt 2014. Insgesamt 26 KAB-Helfer waren in drei Schichten als Suchdienstservice im Einsatz. Foto: Franz Philippe Bachmann
Sebastian Damm und Nadine Storjohann beim Ironman in Frankfurt 2014. Insgesamt 26 KAB-Helfer waren in drei Schichten als Suchdienstservice im Einsatz. Foto: Franz Philippe Bachmann

Sonntagmorgen, halb sieben. Am Langener Waldsee in der Nähe von Frankfurt am Main liegt die Anspannung der Teilnehmer am Ironman European Championship 2014 in der Luft. Über 2.700 Profi- und Hobbysportler sind motiviert, aufgeregt und wollen nur schnell loslegen.

Dieser "Längste Tag", wie der Ironman-Triathlon traditionell genannt wird, ist mit seinen 3,8 Schwimmkilometern, 180 Kilometern Radstrecke und den üblichen 42 Marathonkilometern nicht nur für die teilnehmenden Männer und Frauen jedes Jahr eine Herausforderung. Auch die eingesetzten Bereitschaften und Wasserwacht-Ortsgruppen des DRK hatten mit der Versorgung der Sportler zwischen 19 und 75 Jahren - einer davon herztransplantiert - sowie den knapp 500.000 Zuschauern an der Strecke alle Hände voll zu tun. Gleichzeitig war auch das KAB insgesamt über zwanzig Stunden im Einsatz.

Drei Kreisauskunftsbüros unterstützten die Veranstaltung mit einem Suchdienstservice für Angehörige. Während früh am Morgen das Offenbacher KAB am Langener Waldsee dafür sorgte, dass alle verletzten Teilnehmer registriert und in XENIOS erfasst wurden, hat im Zielbereich am Frankfurter Paulsplatz das KAB Frankfurt mit Unterstützung des KAB Limburg die Erfassung in XENIOS und die Erteilung von Auskünften an suchende Angehörige bis spät in die Nacht übernommen. Einer der insgesamt 26 in mehreren Schichten eingesetzten KAB-Helfer überwachte bei der Einsatzleitung die Transporte mit Rettungsmitteln von der Strecke und konnte so die Daten telefonisch und per Mail zeitnah an die Auskunftsstelle am Paulsplatz weiterleiten.

In fünf Sanitätszelten und einem Intensivzelt haben Sanitäter und Notärzte im Zielbereich fast 500 Sportlerinnen und Sportler behandelt. "Dank guter Vorbereitung in Zusammenarbeit mit dem Veranstalter und Einlesen der Sportlerdaten in XENIOS bereits am Tag vor dem Wettkampf konnten wir die Patienten sehr schnell erfassen und waren kurzfristig auskunftsfähig", sagt Franz Philippe Bachmann, der das KAB in Frankfurt leitet. "Die Erfahrungen der letzten Jahre haben wir einfließen lassen und konnten so unsere Abläufe straffen".

Die KAB-Prozesse bei diesem Einsatz sind so nah wie möglich an die in der Fachdienstausbildung Suchdienst gelehrten Vorgehensweisen für Konflikte, Katastrophen und Großschadenereignisse angelehnt, so dass es sich für die eingesetzten KABs zugleich um eine praxisnahe Übung für diese Ereignisse handelt. Die Nutzung des Zentralen Oracle-Servers für XENIOS ist eine sehr gute technische Lösung für die Flächenlage. Darüber hinaus ermöglicht die neue Version 3 die Vorbelegung von Verbringungsorten, so dass die Transportziele im Rhein-Main-Gebiet (34 Krankenhäuser) schon vorerfasst werden konnten. Taktisch wird das KAB ein eigener Einsatzabschnitt nach DV100 geführt, neben den Einsatzabschnitten des Sanitäts- und Rettungsdienstes.

Um die einhundert Suchanfragen - größenteils persönlich über die Helfer des Veranstalters, teilweise telefonisch - hatten die KAB-Helfer zu bewältigen, und nach Suchen in XENIOS und Einblick in das Rennverfolgungssystem des Veranstalters konnte der größere Teil hiervon geklärt werden. Einen kurzfristigen Netzwerkausfall wussten die bei dreißig Grad im Zelt schwitzenden KAB-Helfer souverän zu umschiffen. Auskünfte gaben sie währenddessen anhand der vorhandenen Meldekarten und Patientenbögen. Eine wertvolle Erfahrung, die unter dem Stichwort "Improvisation" wiederum bei künftigen Einsätzen hilfreich sein wird.

Bei den Versuchen der Kontaktaufnahme agierten die Angehörigen teilweise recht einfallsreich, denn ihnen war der Zutritt zum Zielbereich mit Duschen, Massagemöglichkeiten und Rückgabe des persönlichen Eigentums verwehrt. Um dennoch Kontakt zu ihren Sportlern aufnehmen zu können, haben sie vielfach den Mitarbeitern des Veranstalters Zettelchen mit ihren manchmal schlecht lesbaren Handynummern zugesteckt mit der Bitte, diese an den Suchdienst weiterzuleiten und ihnen über diesen Weg Auskunft über den Verbleib der Teilnehmer zu geben. Und auch andersherum haben einige Patienten den Suchdienst gebeten, ihre draußen wartenden Angehörigen zu informieren, dass es ihnen gut gehe. Und so war das Diensthandy an diesem Tag ebenfalls im Dauereinsatz.