Trace the Face -
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Trace the Face: Online-Tool des Suchdienstes zeigt Erfolge bei der Vermisstensuche

Bei der Suche nach Vermissten setzt das Rote Kreuz vermehrt auf das Internet. Die frei zugängliche Website www.tracetheface.org richtet sich an Flüchtlinge ab 15 Jahre in Europa, die ihre Angehörigen auf der Flucht verloren haben und sie in einem europäischen Land vermuten. Über das Rote Kreuz des Landes, in dem sie sich aufhalten, können diese Menschen ihr Foto online einstellen lassen. Auch über Plakate werden die Bilder als Suchanfrage mit der Angabe, welche Familienangehörigen die jeweiligen Personen suchen (Schwester, Bruder, Mutter, Sohn etc.) weltweit veröffentlicht. Auf der Website können außerdem Angaben zu Alter, Geschlecht und Staatsangehörigkeit der suchenden Person eingesehen werden. Alle weiteren Daten bleiben zum Schutz der Betroffenen anonym.

Vor allem aus Afghanistan, Eritrea, Syrien und Somalia

„Bereits mehr als 400 Fotos von Menschen, die ihre Liebsten suchen, wurden auf der Webseite hochgeladen, davon 245 allein vom Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes“, sagt Dorota Dziwoki, Leiterin der Suchdienst-Leitstelle in Berlin. Die meisten Menschen, die zurzeit durch die Veröffentlichung ihres Fotos auf der Webseite nach ihren vermissten Angehörigen suchen, kommen aus Afghanistan, Eritrea, Syrien und Somalia.

Insgesamt 28 Rotkreuzgesellschaften in ganz Europa sind an diesem vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) unterstützten Projekt beteiligt.

Menschen finden ihre Angehörige

Eine Geschichte der erfolgreichen Suche ist jene eines damals 19-jährigen Afghanen, der 2010 mit seiner Mutter, einer Schwester und zwei Brüdern vor Gewalt und Verfolgung aus Afghanistan geflohen war. In Griechenland hatten die Familienmitglieder den Kontakt zueinander verloren. Nur einen Monat nachdem ein Foto des jungen Mannes auf der Webseite Trace the Face eingestellt worden war, konnte Kontakt zu der Familie hergestellt werden; sie stehen nun in regelmäßigem Austausch. Es stellte sich heraus, dass die Familie inzwischen zurück nach Afghanistan gekehrt war. Einer der Brüder war während der Flucht ums Leben gekommen. Obwohl niedergeschmettert über diese Nachricht, war dennoch für den jungen Afghanen die quälende Ungewissheit über das Schicksal der ganzen Familie endlich beendet. „Wir wünschen uns natürlich, dass dieses Portal in Zukunft noch stärker genutzt wird“, so Dorota Dziwoki.

Der neue interne Bereich Trace the Face -kids- ist eine Weiterentwicklung der Suchdienst-Website Trace the Face.

Lesen Sie hier mehr zum Angebot Trace the Face -kids-, das sich ausschließlich an unbegleitete minderjährige Flüchtlinge richtet.