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Familie nach Flucht und Trennung wieder vereint - Bruder noch vermisst

Muneer Sherzad kommt aus Afghanistan. Dort wurde in seinem Auto eine Bombe versteckt – ein Anschlag, der ihn beinahe das Leben kostete.  

Muneer Sherzad floh nach Deutschland, wo er aber zunächst nicht als Flüchtling anerkannt wurde. Nach 3 Jahren der Bemühung und mit Hilfe eines Rechtsanwalts wurde ihm im Frühjahr 2013 der Flüchtlingsstatus zuerkannt. Danach wollte Muneer Sherzad so schnell wie möglich seine zurückgelassene Familie, Ehefrau und drei Kinder, nach Deutschland nachholen. Nachdem sich auch das als schwierig herausstellte, wandte er sich an den DRK-Suchdienst.

Hilfe vom Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes

Dieser unterstützte ihn in den komplizierten Formalitäten und Besonderheiten im Zuge der Familienzusammenführung zu einem anerkannten Flüchtling. Betroffene wie Muneer Sherzad dürfen während des Verfahrens auf Anerkennung als Flüchtlinge keiner Beschäftigung nachgehen. Mangels ausreichender finanzieller Mittel musste der entsprechende Antrag daher unbedingt fristgerecht erfolgen; andernfalls drohte, dass der Nachzug der Familie sich um weitere Jahre verzögerte. Eine weitere Schwierigkeit im Asylverfahren war etwa, dass die Bewohner des afghanischen Dorfes, aus dem Muneer Sherzad stammt, alle keine Nachnamen haben. Herr Sherzad wählte schließlich den Namen seines Dorfes zum Nachnamen seiner Familie, um diese obligatorische Angabe machen zu können.
Auch dank des DRK-Suchdienstes konnte Muneer Sherzad schließlich alle notwendigen Dokumente beibringen und alle Formulare korrekt ausfüllen. Als das fertige Paket mit Unterlagen per Post an die Ehefrau versandt werden sollte, gab es erneut eine Hürde zu überwinden, da sich dies nach Afghanistan als unmöglich herausstellte. Kurzerhand beschloss Muneer Sherzad daraufhin, die wichtige Post direkt zu überbringen. Er fuhr nach Pakistan, um seine Frau dort bei einer Verwandten persönlich zu treffen und ihr die Unterlagen zu übergeben.

Die vielen Mühen haben sich gelohnt, denn mittlerweile ist Muneer Sherzad mit seiner Familie glücklich wieder vereint. Im Frühjahr 2014 konnten Frau und Kinder wohlbehalten nach Deutschland einreisen. Die Familie lebt jetzt zusammen in Hamburg.

Wie geht es weiter?

Kurz darauf wandte sich Muneer Sherzad erneut an den DRK-Suchdienst. Diesmal mit der Bitte, seinen Bruder zu finden, der seit seiner Flucht aus Afghanistan vermisst wird. Ein Freund, dem die Flucht gelungen war, wandte sich mit persönlichen Unterlagen, die der Gesuchte ihm während der gemeinsamen Flucht hatte zustecken können, an Muneer Sherzad. Über den vermissten Bruder wusste er nur zu berichten, dass dieser kein Geld mehr gehabt hatte, um die Schlepper für den zweiten Teil der Flucht zu bezahlen.

Seither hat niemand mehr von ihm gehört, und die Sorge seiner Familie, dass ihm etwas zugestoßen sein könnte, ist groß. Muneer Sherzad hat sein Foto mit Gesuch nach dem Bruder bei der Online-Suche „Migrants in Europe“ einstellen lassen. Jetzt bleibt ihm wieder nichts anderes übrig, als abzuwarten und zu hoffen.