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„PINGUIN hilft sie finden“ - 70 Jahre Kinderbildplakate des DRK-Suchdienstes

Ein PINGUIN-Plakat des DRK-Suchdienstes.
Ein PINGUIN-Plakat des DRK-Suchdienstes.

Zahlreiche unbegleitete Minderjährige aus Syrien und Afghanistan, die auf der Flucht nach Europa von ihren Angehörigen getrennt wurden, ereilt gegenwärtig ein Schicksal, das sie mit Tausenden Kindern teilen, die im Zuge des Zweiten Weltkrieges den Kontakt zu ihren Eltern verloren. Damals wurden weit mehr als 300.000 Kinder durch die chaotischen Verhältnisse bei der Flucht und Vertreibung aus dem Osten, bei Bombenangriffen auf deutsche Städte oder bei der Evakuierung in vermeintlich sichere Landstriche von ihren Angehörigen getrennt.

Bereits vor 70 Jahren versuchten die Kindersuchdienste des Deutschen Roten Kreuzes in den Zonenzentralen München und Hamburg, diese Kinder wieder mit ihren Familien zusammenzuführen. Die Suche nach den Eltern war damals und ist bis heute eine Herausforderung, denn wie identifiziert man Findelkinder, die weder ihren eigenen Namen oder den ihrer Eltern, noch ihr Geburtsdatum wissen?

Je jünger die Kinder waren, desto schwieriger gestaltete sich die Suche nach ihren Angehörigen. In steckbriefartigen Zeitungsanzeigen und Radiodurchsagen wurden das Erscheinungsbild der Kinder, ihre Kleidung und Spielzeug sowie ihr Auffindeort detailgenau beschrieben und die Bevölkerung um Mithilfe bei der Identifizierung gebeten. Oftmals ließ sich jedoch nicht mehr sagen als

„Name: unbekannt. Ein blondes, blauäugiges Mädchen, etwa 3 ½ Jahre alt.

Bei Augsburg gefunden“.

Bald schon entwickelten sich daher Fotografien zu dem zentralen Instrument bei den Nachforschungen. Der ehemalige Kriegsberichterstatter Hilmar Pabel fotografierte alle elternlosen Findelkinder, die bei den Suchdiensten in München und Hamburg gemeldet waren. Auf diese Weise entstanden früh die ersten Kinderbildplakate, die an Bahnhöfen, Jugendämtern und Suchdiensteinrichtungen aushingen.

Zur Symbolfigur der Suche nach den „verlorenen Kindern“ entwickelte sich damals der Pinguin aus der gleichnamigen Jugendzeitschrift, die der bekannte Kinderbuchautor Erich Kästner monatlich herausgab. In systematischer Zusammenarbeit mit dem Kindersuchdienst in München erschienen die ersten Kinderbildplakate vor 70 Jahren, ab Februar 1946, regelmäßig unter dem Stichwort „PINGUIN hilft sie finden“. Bald gaben die Zonenzentralen in München und Hamburg auch eigene Plakatserien heraus, die noch bis in die 1980er Jahre hinein veröffentlicht wurden.

Der Erfolg dieser Kinderbildplakate konnte sich sehen lassen: Bislang führte der DRK-Suchdienst knapp 300.000 Kinder, die durch unmittelbare Einwirkungen des Zweiten Weltkrieges oder durch die anschließende Flucht und Vertreibung von ihren Eltern getrennt worden waren, wieder mit ihren nächsten Angehörigen zusammen. Lediglich 5.000 Kindersuchfälle bleiben bis heute ungeklärt.

Das Medium Bildplakat ist auch bei der aktuellen Suche nach vermissten Kindern und unbegleiteten Minderjährigen nicht mehr wegzudenken. Mit dem Projekt „Trace the Face“ bzw. „Trace the Face -kids-“ knüpft der Suchdienst heute international an diese Möglichkeit der Suche an. Aus Datenschutzgründen werden jetzt anstelle der Bilder der Gesuchten die von suchenden Angehörigen veröffentlicht oder über das Rote Kreuz eingesehen. Im Zeitalter des Internets erscheinen die Fotografien außerdem nicht nur auf Plakaten, sondern zusätzlich in digitaler Form. Diese Methode ist damit auch heute ein wichtiges Instrument der internationalen Suchdienstarbeit.