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Bundesverdienstkreuz für ehrenamtlichen Einsatz

Sylvia Holzapfel mit ihrem Sohn bei der Auszeichnung durch Bundespräsident Joachim Gauck. Bild: dpa
Sylvia Holzapfel mit ihrem Sohn bei der Auszeichnung durch Bundespräsident Joachim Gauck. Bild: dpa

Endlose Minuten lang steht Sylvia Holzapfel am Flughafen Berlin Schönefeld. Es ist der 12. März 2012 und sie hat die ganze Nacht nicht geschlafen. Neben ihr wartet die Afghanin Efat Nassiri auf die Ankunft ihres Sohnes. Fast eineinhalb Jahre lang hat Sylvia Holzapfel dafür gekämpft, dass der 15-jährige Nasim einreisen darf. Auf der Flucht von Afghanistan nach Deutschland war er von seiner Familie getrennt worden und seitdem verschollen. Heute soll er mit einer Maschine aus Athen ankommen. „Den Moment, als er plötzlich da stand, werde ich nie vergessen“, erinnert sich die 60-Jährige, „Da schrie seine Mutter vor Glück auf und dann weinten alle. Selbst der Polizist, der Nasim begleitet hatte und ein paar Passanten, die stehengeblieben waren“. In diesem Moment dachte Holzapfel an ihre eigenen Söhne und daran, was sie wohl an Stelle dieser Mutter empfinden würde. In solchen Momenten, sagt sie, empfinde sie nichts als tiefe Demut vor dem Leben.

Das tut sie schon seit 15 Jahren. So lange schon leitet die Neubrandenburgerin die örtliche Migrationsberatungsstelle des Deutschen Roten Kreuzes und kümmert sich ehrenamtlich um Asylbewerber, deren Verfahren noch nicht abgeschlossen sind. Sie unterstützt sie bei der Wohnungssuche, beim Möbelkauf, bei alltäglichen bürokratischen Gängen, füllt mit ihnen Hartz IV-Anträge aus, organisiert Arztbesuche.  Für all das und ihr ehrenamtliches Engagement beim DRK-Suchdienst hat Bundespräsident Joachim Gauck  ihr 2014 das Bundesverdienstkreuz verliehen. „Darauf bin ich irgendwie stolz “, sagt sie. „Denn es ist nicht nur eine Wertschätzung für das Vermitteln zwischen den Kulturen – es zeigt auch, wie wichtig ehrenamtliches Engagement beim Suchdienst ist“.

Es macht sie traurig, wenn Menschen aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit schlecht behandelt werden. Vor ein paar Jahren kam ihr daher „wie von ganz allein“ die Idee, eine Brücke zu schlagen zwischen den Religionen. „Es fing damit an, dass wir in unserer DRK-Station mit Christen und Muslimen gemeinsam das Fastenbrechen feierten. Das kam so gut an, dass wir irgendwann einen viel größeren Raum für diesen Abend brauchten.“ Sie erkannte, wie wichtig diese Treffen waren, um den Dialog zwischen den Kulturen zu fördern. Es folgten gemeinsame Frühstücke und Friedensgebete, bei denen Menschen unterschiedlicher Konfessionen in einem Gottesdienst ihre jeweils eigenen Gebete sprachen. Am Ende ließen sie einen Strauß Luftballons in den Himmel steigen. Als Symbol für den Frieden. „Oder als Zeichen dafür, dass wir alle eine Familie sind“.