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Forschung–Erinnerung–Schicksalsklärung

Eine Mitarbeiterin des DRK-Suchdienstes trägt  bei der Tagung zum Thema Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges vor.
Eine Mitarbeiterin des DRK-Suchdienstes trägt bei der Tagung zum Thema Kriegsgefangene des Zweiten Weltkrieges vor.

Welches Schicksal ereilte sowohl deutsche als auch sowjetische Kriegsgefangene nach ihrer Gefangennahme? Wie wurde das Schicksal Kriegsgefangenschaft in den beiden Gesellschaften wahrgenommen und verarbeitet? Auf welche Weise leisten heutige Erinnerungs- und Gedenkorte in Deutschland, Russland, Weißrussland und der Ukraine wichtige Denkanstöße zu einer Aufarbeitung und gesellschaftlichen Versöhnung? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die vom 13. bis 14. Juni 2017 in Berlin stattfindende Tagung „Sowjetische und Deutsche Kriegsgefangene und Deportierte im Zweiten Weltkrieg“  des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Historischen Institut (DHI), dem Deutsch-Russischen Museum Berlin-Karlshorst und dem Ludwig-Boltzmann-Institut für Kriegsfolgen-Forschung.

Außenminister: „Andenken ermöglichen“

Bereits am 22. Juni 2016, dem 75. Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion, hatten die Außenminister Frank-Walter Steinmeier und Sergej Lawrow in einer gemeinsamen Erklärung der noch immer ungeklärten Schicksale unzähliger deutscher und sowjetischer Kriegsgefangener gedacht. Darin bekundeten beide Minister zudem den gemeinsamen Entschluss, „den deutschen und sowjetischen Kriegsgefangenen und Internierten, deren persönliches Schicksal bisher nicht dokumentiert wurde, ihren Namen zurückzugeben und damit ihr Andenken für die Nachgeborenen zu ermöglichen“.

DRK-Suchdienst erteilt Ankunft an Angehörige

Zu diesem Zweck wurde ein gemeinsames Datenbank- und Rechercheprojekt vereinbart, das die Erschließung und Bereitstellung von Informationen zur Aufklärung der noch vermissten deutschen und sowjetischen Kriegsgefangenen und Internierten ermöglicht. Neben der historischen Aufarbeitung soll dieses Projekt zudem einen Beitrag zur Versöhnung leisten. Aufgrund seiner langjährigen Expertise wird dabei –wie auch bereits im Vorgängerprojekt– die Aufgabe des DRK-Suchdienstes sein, nach Daten und Dokumenten zu deutschen Kriegsgefangenen und Internierten zu recherchieren sowie Auskünfte an Angehörige zu erteilen. Die Deutsche Dienststelle und das DHI werden für die Erschließung von Archivbeständen sowie Auskünften zu sowjetischen Gefangenen verantwortlich sein; der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wird das gesamte Projekt koordinieren.

Wissenschaftliche Aufarbeitung

Im Rahmen dieses deutsch-russischen Kooperationsprojektes fand nun an historischer Stätte im Kapitulationssaal des heutigen Deutsch-Russischen Museums die genannte Tagung statt. Ziel war es, aktuelle Forschungsfragen sowie den derzeitigen Stand der historischen Forschung zu diskutieren und den Komplex der deutschen und sowjetischen Kriegsgefangenschaft wissenschaftlich neu zu beleuchten. Gleichzeitig veranschaulichten zahlreiche Redebeiträge die Bedeutung, die auch heute noch den Suchdiensten und Gedenkstätten bei der Schicksalsklärung und der gedenkpraktischen sowie historisch-politischen Bildungsarbeit in der Gesellschaft zukommt.

Schicksalsklärung wichtig für die Bevölkerung

Unter dem Titel „Lebenswege und Schicksalsklärung“ widmete sich die Tagung auch der aktuellen Arbeit der verschiedenen Suchdienste und Einrichtungen mit angrenzender Aufgabenstellung in Deutschland. Die Deutsche Dienststelle, der Internationale Suchdienst und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge stellten ihre Tätigkeitsfelder vor, und auch der DRK-Suchdienst veranschaulichte seine Aufgabe der Schicksalsklärung als humanitäre Kernaufgabe des Deutschen Roten Kreuzes. Schwerpunkt des Vortrags war die historische Rolle des DRK-Suchdienstes bei der Suche nach Vermissten und Kriegsgefangenen bzw. Zivilinternierten des Zweiten Weltkrieges sowie die aktuellen Aktivitäten des DRK-Suchdienstes seit den 1990er Jahren mit der Erschließung und dem Transfer von Unterlagen aus russischen Zentralarchiven. Alle Vorträge betonten gleichermaßen das große Anliegen der Bevölkerung an der Schicksalsklärung auch über 70 Jahre nach Kriegsende.

Die Tagung brachte nationale und internationale Experten zusammen und gab erfolgreich neue Impulse für Forschung, Erinnerung und Schicksalsklärung.