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Syrischer Arzt in Stralsund

Der 31-jährige syrische Kinderchirurg Mohammad Firas Edleby engagiert sich in der Suchdienstberatungsstelle des DRK-Kreisverbandes Rügen Stralsund.
Der 31-jährige syrische Kinderchirurg Mohammad Firas Edleby engagiert sich in der Suchdienstberatungsstelle des DRK-Kreisverbandes Rügen Stralsund.

In Aleppo tobte noch ein fürchterliches Kriegsgemetzel unter permanentem Bombenhagel, als sich der 31-jährige syrische Kinderchirurg Mohammad Firas Edleby entschied, den Ostteil der fast völlig zerstörten Vier-Millionen-Metropole in Richtung Europa zu verlassen. Der Plan des jungen Arztes war riskant, denn die Flucht war nicht weniger gefährlich als in seiner angestammten Heimat zu bleiben. Doch Mohammad Firas Edleby musste raus aus dieser Hölle, in der es kaum noch Nahrung, Wasser und Strom gab.

Über die Balkan-Route

Er nahm das Risiko auf sich, um später nach der Flucht seine Familie in ein sicheres Land nachzuholen. Der verheiratete Familienvater hatte Glück, denn er kam nach einer gefährlichen Odyssee über die sogenannte Balkan-Route halbwegs wohlbehalten in München an - das war im Herbst 2015, als die große Flüchtlingswelle ihren Höhepunkt erreichte. "Es ist ein schlimmer Krieg und ich hoffe, dass in baldiger Zukunft wieder Frieden in Syrien herrschen wird. Wir vermissen unsere Heimat und möchten möglichst bald wieder zurückkehren", meint Mohammad Firas Edleby und erzählt überglücklich, dass seine Frau Raghad Daher, eine syrische Frauenärztin, und sein vierjähriger Sohn Aziz im August 2016 nach Deutschland ausreisen durften.

Aufenthaltstitel und Sprachkurs

Die nötigen Anträge zur Familienzusammenführung wurden in der Stralsunder DRK-Suchdienstberatungsstelle gestellt und die Kontakte zu den Botschaften ebenfalls vermittelt. Die Familie hat inzwischen einen Aufenthaltstitel und lebt in Stralsund. Die Deutschkenntnisse der Familie - Sohn Aziz geht in eine Stralsunder Kita - nehmen jeden Tag weiter zu. Der Familienvater möchte die Zeit sinnvoll nutzen und besucht deshalb weiter Deutschkurse, absolviert Kurse sowie Prüfungen an der Rostocker Universität, um die Anerkennung seiner medizinischen Ausbildung bei der Ärztekammer zu erlangen.

Unterstützt andere

An einem Tag in der Woche engagiert er sich ehrenamtlich beim Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes. Hier hilft der Syrer anderen Flüchtlingen bei der Zusammenführung mit deren Familienmitgliedern, übersetzt für sie und gibt ihnen wichtige Hinweise beim Ausfüllen von Formularen. Inzwischen ist das Team an Sprachmittlern, dank seiner Vermittlung, auf vier Personen angewachsen. Neben zwei Syrern hilft eine Marokkanerin, und in der Vergangenheit auch eine Ägypterin, bei der Kommunikation mit den Ratsuchenden. Mohammad Firas Edleby fühlt sich wohl beim Roten Kreuz. Schon in seiner Heimat hat er für das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) gearbeitet und an einem UNICEF-Programm innerhalb des Palästinensischen Roten Halbmondes teilgenommen. 


Text: Christian Rödel / Burkhard Päschke