Trace the Face -
Online-Suche mit Fotos
Family Links Poster
Trace the Face -
auch auf Facebook 
Link zum internationalen Suchdienst-Netzwerk Family Links Network

Melden Sie sich hier für den DRK-Suchdienst-Newsletter an.

Datenschutzerklärung

DRK-Suchdienst in Ihrer Nähe:

Ehrenamtliche Unterstützung bei der Internationalen Suche

Margit Diller-Frömmel ist ehrenamtliche Mitarbeiterin des DRK-Suchdienstes im Landesverband Brandenburg.
Margit Diller-Frömmel ist ehrenamtliche Mitarbeiterin des DRK-Suchdienstes im Landesverband Brandenburg.

Margit Diller-Frömmel trägt mit einem gewissen Stolz das Poloshirt vom DRK-Suchdienst, als sie sich auf den Weg zu ihrem Einsatz macht. Es ist ein warmer Sommertag in Brandenburg und gesucht wird eine junge afghanische Frau in Altdöbern, einem Ort irgendwo zwischen Berlin und Polen, wo Züge zwar noch halten, aber das Bahnhofsgebäude aus rotem Backstein seit Jahren nicht mehr genutzt wird. Altdöbern ist weit weg von allem. Es ist dort, wo Flüchtlinge untergebracht werden.

Margit Diller-Frömmel ist ehrenamtlich unterwegs und zusammen mit einer hauptamtlichen Mitarbeiterin des DRK-Landesverbandes Brandenburg geht sie zur Vorbereitung die Unterlagen zum Fall durch.

Ein Mann sucht seine Frau
Ein im Iran lebender Mann sucht seine afghanische Ehefrau. Seine Suchanfrage ging beim DRK-Suchdienst ein. Dieser ermittelte daraufhin die Adresse einer Frau, die unter dem gesuchten Namen in Altdöbern wohnt. Mit der Adresse und einem Foto der ermittelten Person soll nun geklärt werden, ob die Frau in Altdöbern tatsächlich die gesuchte Ehefrau ist.

Zudem sieht die Frau auf dem von München übermittelten Foto einer Frau auf einem „Trace the Face“- Plakat sehr ähnlich. Diese Plakate werden auch im Internet veröffentlicht mit Angaben zu dem, der die Person sucht. In diesem Fall: „My husband“ – mein Ehemann. Ob es sich um ein und dieselbe Person handelt?

„Hier muss man sensibel sein“, sagt Margit Diller-Frömmel. „Das könnte sehr emotional werden, wenn jemand plötzlich erfährt, dass der Ehemann doch noch lebt. Außerdem müssen wir feststellen ob es sich nun wirklich um die richtige Frau handelt. Und will sie überhaupt gefunden werden? Es ist gut, dass wir sie persönlich aufsuchen können.“

Wichtiger persönlicher Kontakt
Der DRK-Suchdienst hat im vergangenen Jahr etwa 20 ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wie Margit Diller-Frömmel für diese Aufgabe der Internationalen Suche engagiert. Dabei handelt es sich um ein Pilotprojektdes Bayerischen Roten Kreuzes sowie der DRK-Landesverbände Berliner Rotes Kreuz und Brandenburg. Die Ehrenamtlichen fahren zu den Suchenden und helfen ihnen, die für sie oftmals komplizierten Suchformulare auszufüllen. Oder sie treffen persönlich die Menschen, gesucht werden, wie Margit Diller-Frömmel an diesem Tag.

Der persönliche Kontakt ist wichtig, um sowohl gute als auch schlechte Nachrichten mit Empathie zu überbringen oder wichtige Informationen für die Suche zu sammeln.

Margit Diller-Frömmel hat viele Jahre für den Deutschen Entwicklungsdienst in Westafrika und Mittelamerika gearbeitet. „Ich kenne den Umgang mit Menschen aus fremden Kulturen gut“, sagt sie.

Judith Klimin, Leiterin Suchdienst im Landesverband Berliner Rotes Kreuz, erinnert sich:

„In der Vergangenheit haben sich unglaublich kompetente Leute an uns gewandt und wollten sich freiwillig engagieren“, sagt sie. „Menschen, die z.B. schon für das IKRK tätig waren, oder Friedens- und Konfliktforscher, und ich dachte, es kann nicht sein, dass wir solchen Leuten nichts anbieten können“. Daher wollte ich unbedingt bei diesem Pilotprojekt mitmachen.“

Zunahme der Suchanfragen
Es gibt auch zunehmend mehr zu tun. Der Nachfrage nach Suchdienstangeboten ist  in den letzten Jahren spürbar gestiegen. Im Landesverband Bayerisches Rotes Kreuz gab es in 2015 dreimal so viele internationale Suchanfragen wie noch in 2014. Und in 2016 nochmals dreihundert mehr, insgesamt 1.582 Beratungen in einem Jahr. Eva-Maria Stary leitet den Suchdienst im Landesverband Bayerisches Rotes Kreuz:

„Die Hauptamtlichen arbeiten in der Regel lediglich 10 bis 12 Stunden pro Woche für den Suchdienst. Sie haben daher nur bedingt die Zeit, zu den suchenden Menschen hinzufahren, um sie bei ihrer Suchanfrage persönlich zu unterstützen. Erst recht nicht in einem Flächenland wie Bayern.“

Lesen Sie hier weiter. (Seite 2 von 2)