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Zahlen und Fakten 2021

Suchdienst – eine humanitäre Aufgabe des Roten Kreuzes, seit der Rotkreuz-Begründer Henry Dunant im Jahr 1859 auf den Schlachtfeldern von Solferino Nachrichten verletzter und sterbender Soldaten an ihre Angehörigen entgegennahm und diese über die Schicksale ihrer Väter, Brüder und Söhne informierte.

Suchen

Der DRK-Suchdienst klärt die Schicksale der Vermissten des Zweiten Weltkriegs und sucht nach Menschen, die infolge aktueller bewaffneter Konflikte und Katastrophen weltweit von ihren Angehörigen getrennt worden sind.

  • Suche und Schicksalsklärung Zweiter Weltkrieg

    Im Jahr 2021 erreichten den DRK-Suchdienst 13.640 Anfragen nach Auskünften über den Verbleib und die Schicksale kriegsvermisster Angehöriger. 11.393 Anfragen sind abschließend bearbeitet worden. In ca. 36 % der Fälle konnten schicksalsklärende Auskünfte erteilt werden.

    Zwischen 1945 und 1950 erreichten den DRK-Suchdienst 14 Millionen Anfragen zu Vermissten im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg; 8,8 Millionen schicksalsklärende Auskünfte über nächste Angehörige konnten seitdem erteilt werden.

    In der seit 2014 vollständig digitalisierten Zentralen Namenskartei (ZNK) des DRK-Suchdienstes befinden sich Informationen zu mehr als 20 Millionen Menschen, die infolge des Zweiten Weltkriegs als vermisst galten bzw. gesucht worden sind. Dem DRK-Suchdienst lagen 1959 insgesamt noch 2,5 Millionen offene Suchanfragen vor; 1,2 Millionen von diesen konnte der DRK-Suchdienst im weiteren Verlauf klären. Auch die Schicksale von nahezu 300.000 Kindern, die durch Flucht und Vertreibung von ihren Eltern getrennt worden waren, konnte der DRK-Suchdienst klären. Weniger als 5.000 Fälle des Kindersuchdienstes verbleiben ungeklärt.

    Seit Beginn der 1990er Jahre hat der DRK-Suchdienst in knapp 260.000 Fällen umfassende schicksalsklärende Auskünfte aus ehemals sowjetischen Kriegsgefangenen-Akten erteilt.

    Die Arbeit des DRK-Suchdienstes zu Vermissten des Zweiten Weltkriegs ist bis Ende 2025 verlängert; die gemeinsame Suchdienst-Vereinbarung zwischen DRK und Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) wurde entsprechend aktualisiert. Der Zugang zu den umfangreichen Akten des DRK-Suchdienstes soll über die Beendigung der Arbeit des DRK-Suchdienstes hinaus langfristig sichergestellt werden.

  • Internationale Suche

    Im Jahr 2021 erreichten den DRK-Suchdienst 1.729 neue Suchanfragen nach Angehörigen, die infolge bewaffneter Konflikte, Katastrophen, Flucht, Vertreibung oder durch Migration voneinander getrennt worden sind, und bei denen entweder der Suchende in Deutschland lebt oder der Gesuchte in Deutschland vermutet wird. Hauptherkunftsländer der Suchenden und Gesuchten waren in 2021 Afghanistan, Syrien und Somalia. In fast 30 % der Anfragen, die ihn erreichten, konnte der DRK-Suchdienst Hilfe leisten.

    Der DRK-Suchdienst arbeitet weltweit mit dem Suchdienst-Netzwerk der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung zusammen, um Menschen zu finden und sie wieder mit ihren Familien in Kontakt zu bringen. Das Netzwerk besteht aus dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und den Suchdiensten der 192 Nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften. In den Ländern, in denen die gesuchte Person vermutet wird, versucht der dortige Suchdienst, weitere Informationen zum Aufenthaltsort der gesuchten Person zu ermitteln.

    Menschen, die bei ihrer Flucht nach Europa von ihren Angehörigen getrennt worden sind, haben meist sehr wenige bis gar keine Anhaltspunkte dazu, wo diese verblieben sein könnten. In diesen Fällen kann das Suchinstrument Trace the Face helfen, das online und per Fotos die Suche nach vermissten Personen entlang der Migrationsrouten nach Europa ermöglicht.

    Seit September 2013 bis Ende 2021 waren insgesamt 22.628 suchende und 35.657 gesuchte Personen an Trace the Face beteiligt, 13.530 von diesen waren über den DRK-Suchdienst erfasst. Bis Ende Dezember 2021 konnten weltweit 266 Trace the Face-Erfolgsgeschichten verzeichnet werden, seit 2018 ca. eine pro Woche. Dies ist nur ein Bruchteil der vermissten Migrantinnen und Migranten bzw. der erfassten Fälle. Je mehr Menschen von www.tracetheface.org wissen, desto mehr Familien kann der DRK-Suchdienst helfen, ihre Angehörigen zu finden.

  • Suche Spätaussiedler

    In 2021 erhielt der DRK-Suchdienst 149 neue Anfragen, die die Suche nach Spätaussiedlern betrafen. In über 50 % der Anfragen konnte der DRK-Suchdienst helfen.

Verbinden

Der DRK-Suchdienst ermöglicht den Austausch von Nachrichten zwischen Familienangehörigen, deren Kommunikation durch bewaffnete Konflikte, Unruhen oder Naturkatastrophen unterbrochen ist und mit den herkömmlichen Mitteln nicht wiederhergestellt werden kann.

  • Rotkreuz-Nachrichten

    In 2021 hat das IKRK weltweit 172.072 Rotkreuz-Nachrichten (engl.: Red Cross Messages, kurz: RCM) entgegengenommen und 135.198 übermittelt. In 47 Fällen überbrachte der DRK-Suchdienst Rotkreuz-Nachrichten in Deutschland bzw. erhielt diese in 23 Fällen zur Weiterleitung ins Ausland. Außerdem vermittelte der DRK-Suchdienst 9 Nachrichten zur persönlichen Unversehrtheit (Health and Welfare Reports) und 44 sog. Salamats (mündliche Kurznachrichten) an Angehörige in Deutschland.

  • Telefonate/Videokontakte

    1.651.904 (Video-)Telefonate zwischen Angehörigen weltweit vermittelte das internationale Suchdienst-Netzwerk der Rotkreuz-/Rothalbmond-Bewegung im Jahr 2021, um Familienkontakte zu ermöglichen.

Vereinen

Der DRK-Suchdienst berät und unterstützt Familien, die durch bewaffnete Konflikte, Katastrophen, Flucht, Vertreibung oder Migration voneinander getrennt sind, bei der Familienzusammenführung in Deutschland.

  • Beratung Spätaussiedler und Flüchtlinge

    Im Jahr 2021 reisten 7.052 Spätaussiedler und ihre Angehörigen nach Deutschland ein. 13.516 neue Anträge auf Anerkennung als Spätaussiedler wurden beim Bundesverwaltungsamt registriert.

    Bei 32.065 Personen hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Jahr 2021 die Rechtsstellung eines Flüchtlings nach der Genfer Flüchtlingskonvention zuerkannt (21,4% aller Entscheidungen). Zudem erhielten 22.996 Personen (15,3%) subsidiären Schutz. Daraus resultiert für diese Menschen ein Bleiberecht in Deutschland, verbunden mit der Möglichkeit, Familienangehörige nachziehen zu lassen.

    2021 erteilte der DRK-Suchdienst 20.109 qualifizierte Beratungen zu den rechtlichen Voraussetzungen und der praktischen Durchführung des Spätaussiedler-Aufnahmeverfahrens sowie zur Familienzusammenführung von und zu Flüchtlingen und der praktischen Durchführung des Visumverfahrens in seinen DRK-Landes- und -Kreisverbänden sowie an seinem zentralen Suchdienst-Standort in Hamburg.

Struktur

Seit 1953 wird der DRK-Suchdienst zu 100% vom Bundesministerium des Innern und für Heimat (BMI) institutionell gefördert.

Seine Aufgaben erfüllt er unter Leitung der Suchdienst-Leitstelle im DRK-Generalsekretariat in Berlin an den zentralen DRK-Suchdienst-Standorten in Hamburg und München sowie bundesweit in den Suchdiensteinrichtungen der 19 DRK-Landesverbände mit rund 91 hauptamtlich besetzten DRK-Suchdienst-Beratungsstellen (Suche und Familienzusammenführung) und 270 ehrenamtlichen Kreisauskunftsbüros (Personenauskunftsstellen bei inländischen Katastrophen) in den DRK-Kreisverbänden.

Stand: August 2022

DRK-Generalsekretariat
Suchdienst-Leitstelle

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