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Kindersuchdienst

Der Kindersuchdienst des Deutschen Roten Kreuzes widmet sich Kindern, die im Zusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg aufgrund von Flucht oder Vertreibung, durch Bombenangriffe auf deutsche Städte oder bei der Evakuierung in vermeintlich sichere Landstriche von ihren Familien getrennt wurden. 

Sind Sie als Kind während des Kriegs oder nach Kriegsende von ihren Angehörigen getrennt worden? Sie können auch heute noch eine Suchanfrage an den DRK-Suchdienst richten, um Nachforschungen nach Ihren Familienangehörigen einzuleiten oder es steht Ihnen persönlich der Suchdienst in einem DRK-Landes- oder -Kreisverband in Ihrer Nähe zur Verfügung. 

Kinderschicksale des Zweiten Weltkriegs

Die meisten Anfragen an den Kindersuchdienst hängen mit den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs zusammen: Sie kommen von Menschen, die bis heute das Bedürfnis haben, endlich zu erfahren, wer ihre leiblichen Eltern, wo ihre Wurzeln sind, wohin sie gehören. Seit 1945 hat der DRK-Suchdienst rund 300.000 dieser Kinderschicksale geklärt und konnte die Zahl der offenen Fälle auf weniger als 5.000 reduzieren.

Das besondere Augenmerk des Kindersuchdienstes gilt lange den 33.000 so genannten „Findelkindern“: Meist während der Flucht von ihren Familien getrennt, sind diese noch zu jung, um ihren eigenen Namen und ihr Alter zu kennen. Die Suche nach den Angehörigen gestaltet sich dadurch umso schwieriger: In steckbriefartigen Zeitungsanzeigen und Rundfunkdurchsagen werden das Erscheinungsbild der Kinder, ihre Kleidung und Spielzeug sowie ihr Auffindeort detailgenau beschrieben und die Bevölkerung um Mithilfe bei der Identifizierung gebeten. Bald schon entwickeln sich auch Fotos zum zentralen Instrument der Nachforschungen. So entstehen früh die ersten Kinderbildplakate, die an Bahnhöfen, Jugendämtern und Suchdienst-Einrichtungen aushängen und so dazu beitragen, dass sich die Zahl der Findelkinder auf rund 400 verringert.

Neben den Findelkindern liegt der Fokus des Kindersuchdienstes bis heute auch auf den so genannten „Wolfskindern“. Dabei handelte es sich um zumeist aus Ostpreußen stammende Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern während des Zweiten Weltkriegs oder infolge von Flucht und Vertreibung verloren haben. Nach dem Krieg sind sie auf sich allein gestellt und ziehen durch das Land oder halten sich in den Wäldern versteckt. Ihre deutsche Herkunft, Identität und Sprache müssen diese Kinder in der Regel verschleiern, bevor sie später oftmals von litauischen Familien aufgenommen werden. Diese geben ihnen litauische Namen und -mangels Kenntnis- neue Geburtsdaten. Dies hat zur Folge, dass die Betroffenen heute kaum Angaben zu ihren leiblichen Eltern und ihrer tatsächlichen Abstammung machen können, wenn sie ihre wahre Identität herausfinden oder den Kontakt mit noch lebenden Familienangehörigen wiederherstellen wollen.

Auch wenn solche Schicksale nur sehr schwer zu klären sind, ist der DRK-Suchdienst auch heute noch bemüht, den Betroffenen zu helfen.

Seit den 1990er Jahren wenden sich schließlich zunehmend auch Personen aus Norwegen und anderen skandinavischen Ländern über ihre jeweilige Nationale Rotkreuz-Gesellschaft an den DRK-Suchdienst, um nach ihren leiblichen Vätern zu suchen. Während der deutschen Besatzungszeit von 1940 bis 1945 kommt es allein in Norwegen in zahlreichen Fällen zu Verhältnissen zwischen Norwegerinnen und deutschen Soldaten, aus denen geschätzt 12.000 Kinder hervorgehen. Mütter und Kinder sehen sich nach Ende des Krieges in Norwegen öffentlichen Repressionen ausgesetzt, so dass die Suche nach den deutschen Vätern und die Kontaktaufnahme mit ihren Familien oftmals erst Jahrzehnte später möglich ist.

Gehören Sie zu dieser Personengruppe und möchten sie auch heute noch die Identität und das Schicksal ihres Vaters klären? Bitte wenden Sie sich zunächst an die zuständige Nationale Rotkreuz-Gesellschaft des Staates, in dem Sie Ihren Aufenthalt haben.

Zwangsadoptierte aus der ehemaligen DDR

An den Kindersuchdienst wenden sich zudem Menschen, die in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zwangsadoptiert wurden, zum Beispiel, weil ihre Eltern Republikflucht begangen hatten oder begehen wollten. In vielen Fällen erfahren die nunmehr erwachsenen Betroffenen hiervon erst nach der deutschen Wiedervereinigung. Zumindest könnten sie ab diesem Zeitpunkt erstmals nach ihren Wurzeln zu suchen.

Diesen Kindern, in manchen Fällen auch den Eltern, ist es bis heute ein großes Bedürfnis, ihre Schicksale aufzuklären.

Informationen zur Suche nach unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen (UMF) bei aktuellen Krisen und Konflikten finden Sie hier „Trace the Face Kids".

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