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Geschichte des DRK-Suchdienstes

Der Anfang
Nachforschung und Familienzusammenführung
Registrierung von Kriegsgefangenen und Vermissten
Hilfe für getrennte Familien
In Deutschland lebende Flüchtlinge

Nach Kriegsende suchten viele Menschen verzweifelt nach Ihren Angehörigen. (DRK-Suchdienst)Der Anfang

Die Suche nach Familienangehörigen, die durch Kriege und bewaffnete Konflikte voneinander getrennt wurden, und die Klärung der Schicksale von Vermissten war seit seiner Entstehung Teil der Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes und seiner Schwestergesellschaften im Ausland. Das Deutsche Rote Kreuz übernahm diese Tätigkeit erstmals deutschlandweit im Deutsch-Französischen-Krieg, 1870, und führte diese während des Ersten und Zweiten Weltkrieges fort. Das Ende des Zweiten Weltkrieges stellte das Deutsche Rote Kreuz aufgrund der unübersichtlichen Lage, der großen Flüchtlingsströme und Millionen vermisster Soldaten vor eine neue Herausforderung. Der Suchdienst als feste Institution im Deutschen Roten Kreuz entstand.

Vor allem Freiwillige registrierten am Ende des Zweiten Weltkrieges Gesuchte und Suchende und sammelten Informationen über Verschollene. Im Mai 1945 wurde in Flensburg eine Suchdienst-Stelle unter dem Namen „Deutsches Rotes Kreuz, Flüchtlingshilfswerk, Ermittlungsdienst, Zentrale-Suchkartei" gegründet. Im September 1945 wurde diese zum damaligen DRK-Landesnachforschungsdienst nach Hamburg verlegt. Als „Zonen-Zentrale Hamburg" setzte sie ihre Arbeit fort.

Nahezu zeitgleich begann die Suchdienstarbeit in München, der Zonen-Zentrale im US-amerikanischen Sektor. Das Bayerische Rote Kreuz hatte im August 1945 erstmals dazu aufgerufen, Vermisste, Evakuierte und Flüchtlinge zu registrieren.

Nachforschung und FamilienzusammenführungDer DRK-Suchdienst erfasst Suchanfragen. (DRK-Suchdienst)

Die Suchdiensthelfer erfassten Suchanfragen, forschten nach vermissten Angehörigen und bemühten sich über Ländergrenzen hinweg, getrennte Familien zusammenzuführen. Unter Federführung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sammelten bereits kurz nach Kriegsende die Mitarbeiter des Suchdienstes Unterlagen über deutsche Zivilpersonen, die aus den ehemals deutschen, nach Kriegsende polnischen, sowjetischen, tschechoslowakischen u. a. Gebieten ausreisen wollten. Gegen alle Widrigkeiten, auch in den damaligen vier Besatzungszonen, konnten schließlich im Rahmen dieser „Operation Link" genannten Aktion bis März 1951 insgesamt 42.557 Menschen aus Polen in die Bundesrepublik Deutschland und rund 40.000 in die DDR einreisen.

Registrierung von Kriegsgefangenen und VermisstenDie Ursprünge der Zentralen Namenskartei. (DRK-Suchdienst)

Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland erließ die junge westdeutsche Bundesregierung im Februar 1950 den „Aufruf zur Registrierung der Kriegsgefangenen und Vermissten", in dessen Folge innerhalb kurzer Zeit 1,7 Millionen Soldaten, Zivilisten und Kinder als immer noch vermisst oder in Gefangenschaft befindlich gemeldet wurden.

Um die Arbeitsergebnisse weiter zu verbessern, führte der DRK-Suchdienst im April 1950 am Standort München die beiden Karteien zu suchenden und gesuchten Personen aus München und Hamburg zusammen. So entstand die Zentrale Namenskartei mit heute mehr als 50 Millionen Karteikarten. In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre wurden dann auch der Kindersuchdienst, der die Suche und Zusammenführung von unbegleiteten Kindern und ihren Eltern übernommen hatte, und die Nachforschungen nach Personen, die auf dem Gebiet der ehemaligen DDR verschollen waren, in München zusammengefasst.

Bis Mai 1950 waren seit Kriegsende rund 14 Millionen Suchanträge gestellt worden. In 8,8 Millionen Fällen konnte der Suchdienst schicksalsklärende Auskünfte über nächste Angehörige erteilen.

Bis Dezember 1955 waren insgesamt 1.921.000 Kriegsheimkehrer nach Vermissten befragt worden. Hierbei wurden 942.000 sogenannte Heimkehrererklärungen mit Informationen über Vermisste bzw. Inhaftierte abgegeben. Im Januar 1952 begann die Herstellung der 51-bändigen UN-Dokumentation „German Prisoners of War and Missing Members of the Wehrmacht"; die Fertigstellung erfolgte 1955. Die Dokumentation erfolgte mit dem Ziel, die deutschen Kriegsverluste zu dokumentieren und international Nachforschungen zu ermöglichen. Im Mai 1957 vereinbarten das DRK und das Sowjetische Rote Kreuz gegenseitige Hilfe in Suchdienstfragen. Bis Ende der 1980er Jahre erhielt der DRK-Suchdienst fast eine halbe Million Auskünfte vom Roten Kreuz der ehemaligen UdSSR.

Im Dezember 1957 begann der Suchdienst mit dem Druck der Vermisstenbildlisten mit 225 Einzelbänden (199 über Wehrmachtsangehörige und 26 über Zivilpersonen), in denen die Personalangaben von 1,52 Millionen Vermissten mit 900.000 Bildern enthalten waren. Insgesamt wurden 118.400 Bände gefertigt. Mit diesen Bildlisten führte der DRK-Suchdienst bis 1964 insgesamt 2,65 Millionen Heimkehrerbefragungen durch.

Hilfe für getrennte Familien

Die Familienzusammenführung von Deutschen und deutschen Volkszugehörigen aus Osteuropa mit ihren in Deutschland lebenden Verwandten blieb bis zur Wende 1989/90 schwierig. Diese durften in der Regel nicht aus ihren Herkunftsländern ausreisen. Nur 0,5 Prozent schafften es im ersten Anlauf. Bis 1987 kannte man beim Suchdienst nahezu jede ausgereiste Familie.

Im Verbund mit der internationalen Rotkreuzbewegung konnte das Deutsche Rote Kreuz immer wieder erfolgreich auf die damaligen osteuropäischen Regierungen einwirken und so erreichen, dass in begründeten humanitären Fällen die Ausreise zum Zwecke der Familienzusammenführung gestattet wurde.

Erste Gespräche mit dem Polnischen und dem Sowjetischen Roten Kreuz in den Jahren 1955 und 1957 brachten Bewegung in die Frage der deutschen Minderheiten. Ein echter Durchbruch wurde im Oktober 1975 durch die in Helsinki stattfindende Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) erzielt.

Schon im Vorfeld der Konferenz wurde es dem DRK-Suchdienst ermöglicht, stärker als bisher den Deutschen in Ost- und Südosteuropa auch materiell zu helfen sowie gesundheitsfürsorgerische Hilfen zu leisten. Nacheinander ließen Polen und Rumänien sowie die ehemalige UdSSR die Ausreise von Deutschen im Rahmen der Familienzusammenführung zu.

Seit dem Fall der Mauer und der zuvor einsetzenden Perestroika in der ehemaligen Sowjetunion kam es zu einem enormen Schub der Zuwanderungen von Deutschen aus Osteuropa. Allein 1990 reisten 400.000 Menschen aus diesen Ländern nach Deutschland ein. Diese für die getrennten Familien erfreuliche Wende führte jedoch in den 1990er Jahren zu einer Reihe von Änderungen des Aufnahmeverfahrens für (Spät-)Aussiedler. Der Zuzug sollte nicht mehr unkontrolliert, sondern nur nach vorheriger Genehmigung erfolgen. Die Novellierung des Vertriebenenrechts, die eine kontinuierliche Verschärfung der Aufnahmevoraussetzungen für (Spät-)Aussiedler nach sich zog, wurde auch zu einer Herausforderung für die DRK-Suchdienstmitarbeiter, die den Betroffenen in allen Fragen einer Familienzusammenführung beratend zur Seite stehen.

In Deutschland lebende Flüchtlinge

Seit den 1970er Jahren suchten immer mehr Menschen in Deutschland Schutz vor Kriegen und innerstaatlichen Konflikten in ihren Heimatländern. Viele Familien wurden auf ihrer Flucht nach Deutschland voneinander getrennt oder verloren den Kontakt zu zurückgebliebenen Angehörigen. Der DRK-Suchdienst begann deshalb erstmals in den 1970er Jahren, in Deutschland lebende Flüchtlinge bei der Suche nach ihren Familienangehörigen zu unterstützen. Bis heute hilft er zudem bei der Kontaktaufnahme vor allem zu in Gefangenschaft befindlichen Familienangehörigen und berät hinsichtlich der in Deutschland lebenden Flüchtlinge zu Möglichkeiten einer Familienzusammenführung in Deutschland.