DRK-Suchdienst, Caritas und Innere Mission „80 Jahre gemeinsam unterwegs“ in Friedland

Seit 1945 ist das Grenzdurchgangslager Friedland für Millionen Menschen erste Anlaufstelle in Deutschland – das "Tor zur Freiheit" und ein Symbol des Neuanfangs. Seitdem sind auch der DRK-Suchdienst, die Caritas und die Innere Mission (Diakonie) mit ihren Beratungsstellen Teil von Friedland. Am 13. November 2025 haben frühere und heutige Mitarbeitende sich zu einer 80-Jahr-Feier in Friedland getroffen, um die gemeinsame Arbeit zu würdigen. 

Die Feier begann in der kleinen Kapelle auf dem Gelände mit einer Andacht und den Worten von Lagerpastor Torsten-Wilhelm Wiegmann, der den Bogen von 1945 zur heutigen Zeit schlug und deutlich machte, dass Friedland immer auch „Willkommen“ bedeutete und neben den drei Organisationen viele andere an der Hilfe und Unterstützung für die Ankommenden mitwirken: „Alle, die hier arbeiten, bei Landes- und Bundesbehörden, in Küche und Verwaltung, in der Kleiderkammer und der Kinderbetreuung, alle stellen sich gemeinsam der Aufgabe, ein menschenwürdiges Ankommen der Schutzsuchenden zu ermöglichen.“ 

Mit Liedern und Lesungen aus der Bibel sowie einem Segen klang dieser erste Teil aus und es ging über das Gelände zum Gebäude der Caritas. Dort war der große Saal geschmückt und die vielen Fotos aus vergangenen Jahrzehnten führten sogleich zu angeregten Gesprächen zwischen allen geladenen Gästen. Magdalena Kruse, Leiterin der Caritasstelle in Friedland konnte dann trotzdem für die nötige Aufmerksamkeit sorgen und begrüßte die Gäste offiziell. Für den DRK-Suchdienst, der kurz nach der Errichtung des Lagers als erste Organisation in Friedland tätig war, betonte Kathrin Blankenburg, Leiterin des DRK-Suchdienst Standorts Hamburg, wie wichtig die „helfenden Hände“ der Mitarbeitenden aus den vielen Organisationen für die Ankommenden damals waren und heute noch sind. Seitens der Inneren Mission sprach der Vorstandsvorsitzende Frank Albrecht Uhlhorn von den Krisen der Welt, die eine Einrichtung wie Friedland immer noch nötig machten. Klaus Siems, Standortleiter des Grenzdurchgangslagers, würdigte die langjährige gute Kooperation vor Ort, und Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs machte deutlich, wie gut und unkompliziert alle Beteiligten der Gemeinde mit dem GDL zusammenwirkten, wenn es gelte, schnell Unterstützung bei Engpässen zu bekommen, z.B. in den Zeiten hoher Einreisezahlen im Jahr 2015. Alle Einrichtungen vor Ort arbeiten mit dem gemeinsamen Ziel, den ankommenden Menschen diese erste Zeit in einem noch fremden Land zu erleichtern und ihnen nach einer aufwühlenden Reisezeit Zuflucht zu geben, denn dieser Ort heißt nicht umsonst „Friedland“. 

Nach diesen Begrüßungsworten wurde es im Saal schnell wieder lauter und es fand ein reger Gedankenaustausch quer durch die Generationen und Organisationen statt. Gestärkt durch ein vielfältiges Buffet, Kaffee, Tee, alkoholfreien Sekt und Säfte konnten Interessierte dann bei allerschönstem Herbstwetter noch eine Führung durch das gesamte Gelände erleben. Die Ausführungen des Kollegen, der den Rundgang leitete, wurden durch vielfältige Erinnerungen und einige Anekdoten der Gäste, die ja alle ihren ganz persönlichen Bezug zu Friedland mitbrachten, ergänzt und so wurde dieser Weg durch das Grenzdurchgangslager Friedland zum krönenden Abschluss einer rundherum gelungenen Veranstaltung. Zur Erinnerung erhielten alle Teilnehmenden einen Becher mit dem aufgedruckten verbindenden Motto, das die gesamte Feier geprägt hat: Caritas, DRK-Suchdienst und Innere Mission in Friedland „80 Jahre gemeinsam unterwegs“. Unser großer Dank gilt dem Organisationkomitee, das alles so wunderbar vorbereitet hatte, ganz besonders erwähnt sei dabei unsere Suchdienst-Kollegin Natalja Schneidmüller in Friedland. 

 

Historischer Hintergrund

Am 20. September 1945 nahm die britische Besatzungsmacht das Grenzdurchgangslager (GDL) Friedland in Betrieb. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen vertriebene Deutsche und Heimkehrer aus Kriegsgefangenschaft hier zeitweilig unter. In den Folgejahren fanden Menschen von weltweit in Friedland Schutz vor bewaffneten Konflikten und politischer Verfolgung: Aus- und Spätaussiedler, Flüchtlinge aus der DDR, Ungarn, Chile, Albanien und Jugoslawien sowie Boat-People aus Vietnam oder sog. jüdische Kontingentflüchtlinge. Inzwischen ist Friedland auch Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete aus Resettlement-Programmen und für Asylsuchende in Niedersachsen. Für mehr als vier Millionen Menschen wurde Friedland erste Anlaufstelle in Deutschland – das "Tor zur Freiheit" und ein Symbol des Neuanfangs. Seit nunmehr 80 Jahren sind der DRK-Suchdienst, die Caritas und die Innere Mission (Diakonie) Teil von Friedland.