DRK-Suchdienst-Newsletter, Ausgabe 1/26, Februar 2026

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, liebe Interessierte,

Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen, 
liebe Interessierte,

im heutigen Arbeitsalltag finden Besprechungen mit Beteiligten an unterschiedlichen Orten oftmals digital statt. Im November des vergangenen Jahres haben wir im DRK-Generalsekretariat einen ganz besonderen Anlass dieser Art erlebt: Sieben Familien aus Syrien, dem Sudan und dem Irak, die in Deutschland leben und teilweise mehrere Angehörige aufgrund der bewaffneten Konflikte vor Ort vermissen, haben sich bei der Internationalen Familienkonferenz zum Austausch beim DRK-Suchdienst getroffen. In einem weltweiten Videotelefonat konnten wir sie mit etwa 900 Familien in 49 anderen Ländern vernetzen, die das gleiche Schicksal teilen. 

Die Gemeinschaft mit anderen Menschen, die ebenso nach ihren vermissten Angehörigen und nach Gewissheit suchen, ist für die Betroffenen sehr wichtig. „Wir sind eine Hand, ein gemeinsamer Schmerz und eine Familie“, formulierten es die Teilnehmenden in ihrer gemeinsamen Erklärung. Mit seinem humanitären Mandat unterstützt der DRK-Suchdienst die Familien der Vermissten dabei, ihre Liebsten zu finden, den gemeinsamen Kontakt wiederherzustellen, wenn herkömmliche Kommunikationswege versagen, so dass sie schließlich wieder miteinander vereint sein können. Daran arbeiten wir als Teil des internationalen Suchdienst-Netzwerks der internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung jeden Tag. 

Im Jubiläumsjahr Jahr 2025 haben wir auf 80 Jahre Suchdienstarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg zurückgeblickt. Millionen Suchende und ihre vermissten Angehörigen waren für den DRK-Suchdienst in der Zeit nach 1945 prägend und angesichts tausender Anfragen ist die Schicksalsklärung Zweiter Weltkrieg auch heute eine wichtige Teilaufgabe. Diese erfüllt der DRK-Suchdienst an seinem Standort in München, nach dem Umzug in eine neue Liegenschaft seit dem 1. Januar 2026 mit neuer Anschrift in der Grillparzerstraße 8, 81675 München. 

Viele Jahrzehnte nach dem Kriegsende in Deutschland können wir noch immer Menschen und ihre Angehörigen zusammenbringen. Eine dieser bewegenden Geschichten erzählen wir in der vorliegenden Newsletter-Ausgabe. Sie veranschaulicht, wie in diesem Fall eine schicksalsklärende Anfrage weite Kreise zieht und zu neuen Erkenntnissen über gemeinsame familiäre Wurzeln führt.  

Lesen Sie auch, wie eine junge Frau aus Brandenburg mit unserer Hilfe ihren bis dahin unbekannten leiblichen Vater auf Kuba gefunden hat. Dieser war seinerzeit Vertragsarbeiter in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik gewesen, als er ihre Mutter kennengelernt hatte. Die Auflösung eines „Familiengeheimnisses“, wie sie uns erzählt hat, das auch zeigt, wie eng die Arbeit des DRK-Suchdienstes mit den jeweiligen politischen Realitäten der Menschen verbunden ist. 

Eine weitere Erinnerung aus dem Jahr 2025 ist die tolle Resonanz auf unsere „Vergissmeinnicht-Aktion“. Zum Internationalen Tag der Vermissten am 30. August sind bundesweit mehr als 200.000 Vergissmeinnicht gepflanzt und gesät worden. Sie erinnern an über 200.000 Menschen, die weltweit von ihren Familien vermisst werden. Daraufhin ist in den DRK-Landes- und -Kreisverbänden fleißig gegärtnert worden, wie die zahlreichen Beiträge in den Social Media zeigen. Ein herzliches Dankeschön an alle, die dabei mitgewirkt und ein Zeichen der Solidarität mit den Familien der Vermissten gesetzt haben. 

Als Fürsprecher stehen wir auch im Jahr 2026 weiter unverändert an der Seite der Ratsuchenden und helfen Familien dabei, ihre vermissten Angehörigen zu finden und Gewissheit zu erlangen. 

Auch wenn es bis dahin noch einige Wochen dauert, freue ich mich schon sehr auf den Frühling mit seinen vielen (Vergissmeinnicht-)Blüten!

Ihre Frauke Weber
Leiterin DRK-Suchdienst-Leitstelle, Berlin


Aktuelles

Über 900 Familien vereint bei der Internationalen Familienkonferenz 2025

Über 900 Familien aus 50 Ländern sind vom 11. bis 13. November 2025 bei der Internationalen Konferenz für Familien von Vermissten zusammengekommen. Mit Unterstützung des DRK-Suchdienstes konnten dabei auch Familien aus Syrien, dem Sudan und dem Irak, die in Deutschland leben und teilweise mehrere Familienmitglieder vermissen, digital mit anderen getrennten Angehörigen weltweit in Verbindung treten. 

Lesen Sie mehr »


Reportage

Kinder ehemaliger DDR-Vertragsarbeiter suchen Gewissheit

Katrin ist die Einzige in ihrer Familie, die braune Augen hat. Auch ihre Haut und die Haare sind dunkler als die der anderen Familienmitglieder. Als Jugendliche befragt sie ihre Mutter öfter dazu und lässt nicht locker. Wieso ist das so? Die Mutter erzählt ihr ihre eigene Geschichte, aber erst 20 Jahre danach findet sie mit Unterstützung des DRK-Suchdienstes endlich die erhoffte persönliche Gewissheit. 

Lesen Sie mehr »


Reportage

Die Gewissheit über das Kriegsschicksal des Großvaters offenbart auch unerwartete familiäre Verbindungen

Anna Müller stellte eine Anfrage zur Klärung des Schicksals ihres kriegsvermissten Großvaters. Im Zuge der Nachforschungen über dessen Verbleib während des Zweiten Weltkriegs macht der DRK-Suchdienst auch noch lebende Angehörige ausfindig – zur Freude aller Beteiligter. 

Lesen Sie mehr »


Aktuelles

Mehr als 200.000 Vergissmeinnicht für über 200.000 Vermisste weltweit

Im Vorfeld des Internationalen Tags der Vermissten am 30. August 2025 hat der DRK-Suchdienst zu einer bundesweiten Vergissmeinnicht-Aktion aufgerufen und Blumensamen zur Aussaat verteilt - mit beindruckender Resonanz: Von Altötting in Bayern bis Kiel im DRK-Landesverband Schleswig-Holstein haben Unterstützerinnen und Unterstützer aus Rotkreuz-Einrichtungen und in den Gemeinden Vergissmeinnicht gepflanzt und gesät. Mehr als 200.000 Pflanzsamen erinnern an über 200.000 Menschen, die die internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung als vermisst registriert hat.

Lesen Sie mehr »


Aus der Praxis

Tagung der Konventionsbeauftragten des DRK 2025 in Düsseldorf

Im November hatten die Teilnehmendes des jährlichen Treffens der Konventionsbeauftragten des DRK Gelegenheit, sich über die aktuellen Entwicklungen im Humanitären Völkerrecht zu informieren und auszutauschen. Auch die Vorstellung der Aufgaben des Amtlichen Auskunftsbüros stand dabei auf der Tagesordnung.

Lesen Sie mehr »


Aktuelles

Zentrale Gedenkstunde zum Volkstrauertag 2025

Am 16. November 2025 hat im Deutschen Bundestag die zentrale Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag stattgefunden, ausgerichtet vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK). Unter den mehr als 1.200 Gästen der Veranstaltung war auch der DRK-Suchdienst auf Einladung des VDK vor Ort vertreten. 

Lesen Sie mehr »


Aktuelles

DRK-Suchdienst, Caritas und Innere Mission „80 Jahre gemeinsam unterwegs“ in Friedland

Seit 1945 ist das Grenzdurchgangslager Friedland für Millionen Menschen erste Anlaufstelle in Deutschland – das "Tor zur Freiheit" und ein Symbol des Neuanfangs. Seitdem sind auch DRK-Suchdienst, Caritas und Innere Mission (Diakonie) Teil von Friedland. Am 13. November 2025 sind Mitarbeitende der drei Einrichtungen zu einer gemeinsamen 80-Jahr-Feier zusammengekommen. 

Lesen Sie mehr »


Rückblick

Tsunami-Katastrophe 2004 – Erfahrungen und bleibende Erinnerung

Weihnachten 2004: Ein Erdbeben vor der Küste Indonesiens verursacht einen Tsunami mit verheerenden Auswirkungen in 13 Ländern, darunter Thailand und Sri Lanka. Auch viele deutsche Urlauber, die die Weihnachtsferien dort verbringen, sind von der Katastrophe betroffen. In den Tagen und Wochen darauf melden sich tausende Angehörige in größter Sorge um vermisste Familienmitglieder per Hotline beim DRK-Suchdienst. Über 20 Jahre nach der Katastrophe erinnert sich Frauke Weber, Leiterin des DRK-Suchdienstes, in einem DRK-Blogbeitrag aus Dezember 2024 an ihren ersten großen Einsatz damals und die Erkenntnisse daraus für die Suchdienstarbeit.

Lesen Sie mehr »


Aktuelles

Einladung zur Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld

Die Dokumentationsstätte Gnadenkirche Tidofeld präsentiert im ostfriesischen Norden eine zeitgeschichtliche Dauerausstellung zur Ankunfts- und Integrationsgeschichte der Flüchtlinge und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms stellte sich der DRK-Suchdienst einem interessierten Publikum mit seinem Beitrag „Hoffnung auf ein Lebenszeichen – Der DRK-Suchdienst im Wandel der Zeit“ vor. 

Lesen Sie mehr »


Aktuelles

Reger Austausch bei den Interkulturellen Tagen in Dresden

Im Rahmen der Interkulturellen Tage im September 2025 hat sich auch der Suchdienst im DRK-Landesverband Sachsen mit einem Infostand beim Interkulturellen Straßenfest auf dem Jorge-Gomondai-Platz in Dresden präsentiert. Dabei gab es vielfältige Gelegenheiten zum Austausch mit der interessierten Öffentlichkeit. 

Lesen Sie mehr »


Neuauflage

Meilensteine des DRK-Suchdienstes

Anlässlich des 80-jährigen Suchdienst-Jubiläums wurde die Broschüre Von Solferino zur Suche 2.0 – Meilensteine des DRK-Suchdienstes überarbeitet und neu aufgelegt. Der Autor wirft darin 25 historische Schlaglichter auf die Suchdienstarbeit, deren Ursprung im Jahr 1859 liegt, als Henry Dunant die Nachrichten verwundeter und sterbender Soldaten an deren Familien übersandte. Bis heute sind sowohl die Suche nach vermissten Angehörigen als auch die Hilfe bei der Familienzusammenführung als Rotkreuz-Kernaufgabe jedes Jahr für Hunderttausende gleichbleibend von Bedeutung.

Zum Bestellformular »